Mit manchen Filmen verbindet man eine persönliche Geschichte, die fast immer mit den Umständen zu tun hat, unter denen man sie gesehen hat. Clueless (ich spare mir ab jetzt mal den deutschen Untertitel) erinnert mich an meine damalige WG. Als Filmstudent sieht man naturgemäß eine Menge Filme, sowohl im Studium als auch privat, und meine Mitbewohner und ich haben uns immer wieder gemeinsam Filme angeschaut und darüber diskutiert, in der Regel allerdings weniger die Klassiker und Arthausproduktionen, mit denen wir es in Filmgeschichte und -theorie zu tun hatten, sondern eher Mainstreamware. Was soll ich sagen? Auch Nerds sind nur Menschen. Einer dieser Filme war Clueless, den ausgerechnet der Mitbewohner, der sonst eher auf Horror- oder Actionfilme stand, ausgeliehen hatte. In meinen Augen eine ungewöhnliche Wahl – bis ich die Hauptdarstellerin in ihren knappen Kostümchen sah.
WeiterlesenArchiv des Monats: März 2026
Trauzeuge gesucht!
Nachdem es gestern um eine Buddy-Komödie im All geht, bleiben hier heute lieber auf der Erde. In den USA war der Film, der im Original I Love You, Man heißt, 2009 mit rund 70 Millionen Dollar Box-Office ein ordentlicher Erfolg, in Deutschland hingegen wurde er von den Zuschauern weitgehend ignoriert, obwohl die Besetzung gar nicht mal schlecht ist. Die Idee, eine RomCom mit zwei Männern zu erzählen, wäre zu dem Zeitpunkt für ein Hollywood-Studio relativ gewagt gewesen, aber wenn man das Ganze hübsch verpackt als platonische Liebesgeschichte über einen Mann, der einen besten Freund und Trauzeugen sucht, und mit Fremdschäm-Humor à la Judd Apatow anreichert, ist man auf der sicheren Seite. Eine BroCom sozusagen.
WeiterlesenDer Astronaut – Project Hail Mary
Der Titel führte meine Heiß-auf-Liste in diesem Jahr an, und wenn ich ehrlich bin, war es auch der einzige Film, auf den ich mich wirklich gefreut habe. Ich bin vielleicht nicht der größte Science-Fiction-Fan, was jedoch in erster Linie daran liegt, dass es zuletzt in diesem Genre leider wenig Neues und noch weniger Gutes zu sehen gab, aber wenn mir ein Trailer gefällt und die Geschichte einigermaßen Hand und Fuß hat, bin ich definitiv dabei. Beides war in diesem Fall gegeben.
WeiterlesenCrime 101
Don Winslow ist mir erstmals vor rund zwanzig Jahren aufgefallen, als Tage der Toten, sein Monumentalkrimi über den Drogenhandel in Mexiko, erschienen ist, ein dokumentarisch anmutender, packender Thriller, der einige Jahre später mit Das Kartell noch eine, leider wesentlich schwächere, Fortsetzung erhielt. 2012 schrieb er am Drehbuch für den Film Savages von Oliver Stone mit, der auf seinem Roman Zeit des Zorns basiert, mir aber nicht wirklich in Erinnerung geblieben ist.
WeiterlesenThe Housemaid – Wenn sie wüsste
In den vergangenen Jahren habe ich hin und wieder beklagt, dass es zu wenige Thriller im Kino gibt – nun wurde ich anscheinend von den Zelluloid-Göttern erhört, denn in diesem Jahr gibt es jede Menge davon. Einer, der sehr erfolgreich an den Kassen war, ist The Housemaid – Wenn sie wüsste, der auf einem auch bei uns wohl recht beliebten Bestseller beruht. Der Trailer erinnerte mich an die Filme, die Ashely Judd früher fast im Monatstakt gedreht hat, die Story an populäre Formate aus früheren Jahrzehnten, etwa an die Romane von Joy Fielding. Sie alle handeln von klugen, gutaussehenden Frauen, in deren Bilderbuchleben Abgründe lauern. Ich glaube, ich habe irgendwann mal einen davon gelesen, um mir ein Bild davon zu machen, warum sie so erfolgreich sind.
WeiterlesenGood Luck. Have Fun. Don’t Die
Mark G. war ganz heiß auf den Film, ich weniger. Der Trailer sah zwar interessant aus, ein bisschen gaga, tech-kritisch und spaßig, enthielt aber so viele unterschiedliche Elemente, dass es schwer war, sich vorzustellen, wie alles zusammenpasst. Und worum geht es überhaupt? Abgesehen natürlich von der Rettung der Welt, wie gleich zu Beginn konstatiert wird. Da der Film bereits in den USA verhalten angelaufen war, sind wir gleich am Starttag ins Kino gegangen.
WeiterlesenAvatar: Fire and Ash
Als wir 2011 an der CinemaCon in Las Vegas teilnahmen, besuchten wir ein Seminar, in dem James Cameron uns und etlichen anderen Teilnehmern die Vorzüge von HFR nahezubringen versucht hat. Im selben Jahr kündigte er auch an, seine beiden Nachfolgefilme von Avatar – Aufbruch nach Pandora, die 2014 und 2015 in die Kinos kommen sollten, mit der erhöhten Bildrate drehen zu wollen. Bekanntlich hat es dann etwas länger gedauert.
WeiterlesenWicked: Teil 2
Fan-Fiction erfreut sich heutzutage immer größerer Beliebtheit und verlässt immer öfter ihr Nischendasein, in das sie aufgrund der Urhebergesetze verbannt ist. Manchmal entsteht aus einem Werk sogar etwas völlig Eigenständiges, so wie Fifty Shades of Grey von E.L. James ursprünglich auf den Figuren von Stephanie Meyers Twilight-Saga basierte. Die Umdeutung und Weiterentwicklung bekannter und beliebter Stoffe passt aber auch gut in unsere Zeit, in der fürs Kino bekanntlich alles wiederverwertet wird, was früher einmal beliebt war.
WeiterlesenParthenope
Durch die lange Zwangspause hat sich einiges angesammelt, deshalb geht es diese Woche nicht um ein übergeordnetes Thema, sondern um drei Filme, die im vergangenen Jahr in der einen oder anderen Weise wichtig waren. Der erste Film stand auf meiner Heiß-auf-Liste für 2025, allerdings mehr aus Verlegenheit, weil es mir nie gelingt, zehn Titel zu finden, die ich unbedingt und am liebsten eher heute als morgen sehen möchte. Aber Paolo Sorrentino ist einer der besten Regisseure Europas, und selbst wenn seine Geschichten eher unspektakulär sind, überrascht er stets mit interessanten, oft skurrilen Einfällen und besticht durch eine einzigartige Bildsprache.
WeiterlesenEternity
Bis kurz vor seinem Start wusste ich nicht einmal, dass dieser Film existiert und bald in unsere Kinos kommt. Einen Trailer habe ich auch nur online gesehen und fand die Grundidee, dass sich eine Frau im Jenseits zwischen ihrem ersten und zweiten Ehemann entscheiden muss, gar nicht mal schlecht, ich habe mich aber auch gefragt, ob sie über einen ganzen Film trägt. Letzten Endes ist es eine typische romantische Komödie, in der eine Frau zwischen zwei Männern steht, und wie gut sie funktioniert, hängt in erster Linie von den Darstellern und dem Humor ab.
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