The Snitch

Vor einigen Tagen ist bei uns endlich die viertel Staffel von The Good Wife angelaufen, und die ersten beiden Folgen waren wieder einmal hervorragend. Es ist erstaunlich, dass es einer Serie gelingt, auch nach rund siebzig Folgen immer noch die Qualität zu halten. Nun haben Anwaltserien in den USA auch einen ganz entscheidenden Vorteil: Das ineffiziente, zu Ungerechtigkeiten neigenden und höchst unfaire Justizsystem. Dem verdanken wir immerhin spannende Filme wie Die zwölf Geschworenen, The Verdict – Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit, Der Klient, Das Leben des David Gale oder Betty Anne Waters.

Ein jüngerer Film, der sich mit diesem Thema auseinandersetzte, war letztes Jahr…

The Snitch – ein riskanter Deal

John Matthews (Dwayne Johnson) hat sich mühsam nach oben gearbeitet und leitet nun eine Baufirma. Darüber ist seine Ehe zerbrochen, die Beziehung zu seinem Sohn Jason (Rafi Gavron) abgekühlt. Eines Tages lässt Jason sich auf einen Drogendeal ein und wird gefasst, ihm drohen viele Jahre Haft. Um ihm zu helfen, geht sein Vater auf einen gefährlichen Handel ein: Wenn er der Staatsanwältin (Susan Sarandon) ein hohes Tier in einem mexikanischen Drogenkartell ausliefert, kommt Jason frei…

Nur wenig empört einen als Zuschauer mehr, als zu sehen, wie jemand ungerecht behandelt wird. Diesem Falle ist es Jason, fast noch ein Kind, der eine große Dummheit begangen hat, für die er den Rest seines Lebens bestraft werden soll – falls er überhaupt seine Entlassung in einigen Jahrzehnten erlebt. So leidet man von Anfang an mit den Charakteren mit und kann – trotz Johnsons eingeschränkter schauspielerischer Leistungen – die Nöte des verzweifelten Vaters gut nachvollziehen. Susan Sarandon ist hervorragend als karrierebewusste Staatsanwältin, und Jon Bernthal beweist, dass er nicht nur Zombies, sondern auch effektvoll Verbrecher jagen kann.

Trotz einiger Längen und kleinerer Schwächen ein solider, zum Ende hin sogar actiongeladener Film.

Note: 3

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Über Pi Jay

Eher ein Mann des geschriebenen Wortes, der mit fünfzehn Jahren unbedingt eines werden wollte: Romanautor. Statt dessen arbeitete er einige Zeit bei einer Tageszeitung, bekam eine wöchentliche Serie - und suchte sich nach zwei Jahren einen neuen Job. Nach Umwegen in einem Kaltwalzwerk und dem Öffentlichen Dienst bewarb er sich erfolgreich bei der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg. Er drehte selbst einige Kurzfilme und schrieb die Bücher für ein halbes Dutzend weitere. Seit 1999 arbeitet er als freier Autor, Lektor und Dramaturg und inzwischen auch als Romanautor...