Das Filmjahr 2013 – Teil 1

2013 war kein besonders tolles Jahr, wird aber vermutlich besser in Erinnerung bleiben als 2014. Falls das ein Trost ist. Meine Kinomüdigkeit hat zugenommen, aber immerhin habe ich die meisten Filme meiner Liste sogar im Kino gesehen, es waren allerdings insgesamt nur 41. Für manche Filme fehlte mir leider die Zeit, obwohl ich sie sehen wollte, aber vieles hat mich schlichtweg gar nicht interessiert, zumal das Fernsehen mit seinen Serien oft eine bessere Alternative bietet.

Natürlich gibt es auch etliche Filme, die ich nicht im Kino sehen konnte und irgendwann auf DVD nachholen muss. Blue Jasmine zum Beispiel fehlt noch in meiner Liste, der – nach allem, was man so hört – dank Cate Blanchett wohl einen guten Platz in meinem Ranking verdient.

Denken wir in Zukunft an 2013 zurück, werden wir uns wohl in erster Linie daran als an das Jahr von Fack Ju Göhte! erinnern. Kein Film hat die Charts im vergangenen Jahr so dominiert wie dieser, obwohl der Hobbit – Smaugs Einöde sich ebenfalls gut geschlagen hat. Wofür steht 2013 sonst noch? In erster Linie wohl für Weltuntergangsspektakel, von denen einige spektakulär an den Kassen untergegangen sind.

2013 hat die Schwächen des tentpole producings offenbart: Wenn man sich auf einige wenige Filme mit großem Budget verlässt und einer oder sogar mehrere davon scheitern, kann das schnell prekär werden. So endete die Zusammenarbeit von Disney mit Bruckheimer nach dem enttäuschenden Einspiel von Lone Ranger, andererseits hat das Studio seit dem Zukauf von Lucasfilm (von Marvel und Pixar ganz zu schweigen) mehr als genug Material für neue Blockbuster in Reserve, so dass man sich wohl keine Sorgen zu machen braucht. Trotzdem muss man sich doch manchmal fragen: Ist es nicht ein zu hohes Risiko, nur wenige, aber dafür superteure Filme zu produzieren? Immerhin haben sogar Spielberg und Soderbergh davor gewarnt.

Eine weitere Gefahr des Systems könnte sich 2015 offenbaren, wenn es im Kino mehr Zeltstangen als auf einem Campingplatz geben wird. Hoffentlich setzt dann kein Kannibalisierungseffekt ein, denn wenn jede Woche eine neue, preisgekrönte Sau durchs Dorf getrieben wird, sieht irgendwann kein Schwein mehr zu. Die Zuschauer werden in Zukunft genauer hinschauen bei diesen ultrateuren Produktionen und sich für diejenige entscheiden, von der sie am ehesten überzeugt sind. Schauwerte und Stars allein reichen da nicht mehr. Und Hypes lassen sich weder heraufbeschwören noch seriell herstellen.

Interessant war in 2013 auch, dass der Horrorfilm nun endgültig sein Nischendasein verlassen hat und zum Mainstream geworden ist. World War Z, Evil Dead oder Mama haben gezeigt, dass man Gänsehaut auch in Geld verwandeln kann. Nur in Deutschland kapiert das wieder mal kein Mensch…

Was war noch in 2013 bemerkenswert? Woran erinnere ich mich, wenn ich mir die Liste der Filme ansehe? Da wäre Russell Crowe, der den vielleicht mutigsten Auftritt eines Schauspielers hingelegt hat, indem er in einem Musical mitspielte, ohne wirklich singen zu können…

Oder Natalie Portman, die in Thor – The Dark Kingdom kaum etwas zu tun hatte und meist nur gelangweilt in der Gegend herumstand…

Oder das gruselige Gesicht von Michael Douglas als Liberace, kurz nach seinem Face-Lifting…

Meine Top Ten folgt dann morgen an dieser Stelle im zweiten Teil des Jahresrückblicks.

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Über Pi Jay

Eher ein Mann des geschriebenen Wortes, der mit fünfzehn Jahren unbedingt eines werden wollte: Romanautor. Statt dessen arbeitete er einige Zeit bei einer Tageszeitung, bekam eine wöchentliche Serie - und suchte sich nach zwei Jahren einen neuen Job. Nach Umwegen in einem Kaltwalzwerk und dem Öffentlichen Dienst bewarb er sich erfolgreich bei der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg. Er drehte selbst einige Kurzfilme und schrieb die Bücher für ein halbes Dutzend weitere. Seit 1999 arbeitet er als freier Autor, Lektor und Dramaturg und inzwischen auch als Romanautor...