Jack and the Giants

Gleich mit einem seiner ersten Filme legte Bryan Singer ein Meisterwerk der Neunziger hin: Die üblichen Verdächtigen. Danach war er vor allem auf Superheldenfilme abonniert, von denen die ersten beiden X-Men-Filme erstklassig waren, während Superman Returns recht enttäuschend ausfiel. Bleibt zu hoffen, dass er mit seiner Rückkehr zu den X-Men auch zu seiner alten Klasse zurückfindet…

Sein vorletzter Film war eine opulente Märchenverfilmung, die an den Kassen gerade einmal ihr gigantisches Budget eingespielt hat und damit quasi als Flop gilt. Dabei war der Trailer überzeugend, die Besetzung stimmte auch, und die Vorlage ist überaus bekannt. Die Rede ist natürlich von:

Jack and the Giants

Schon als Kind liebte Jack (Nicholas Hoult) das Märchen vom Kampf gegen die bösen Riesen. Als er in der Stadt sein Pferd verkaufen muss, gerät er in den Besitz von Zauberbohnen. Durch einen Unfall beginnt eine zu keimen und trägt die abenteuerlustige Prinzessin Isabelle (Eleanor Tomlinson) in das Reich der Riesen. Jack und einige Soldaten machen sich auf den Weg, sie zu retten…

Das englische Märchen, das der Geschichte zugrunde liegt, ist hierzulande unter dem Titel Hans und die Bohnenranke bekannt, hat aber nur entfernt mit der Version von Bryan Singer zu tun. Der Film war mit rund 200 Millionen Dollar Produktionskosten nicht gerade billig, was man ihm aber leider nicht ansieht. Gerade die Animation der Riesen lässt trotz des Detailreichtums und der flüssigen Bewegungsabläufe hinsichtlich der Gestaltung einiges zu wünschen übrig.

Die Schauspieler agieren wunderbar, allen voran Nicholas Hoult, der Heldenqualitäten zeigt, und Ewen McGregor als furchtloses Recke. Ian McShane, der den König gibt, war schon mal präsenter, aber Stanley Tucci als finsterer Bösewicht verleiht wie immer seiner kleinen Rolle etwas Großes.

Die Story ist wendungsreich, rasant erzählt und wartet mit einigen schönen Bildern auf. Die Kämpfe sind spannend inszeniert, es gibt hin und wieder etwas zu lachen, ein bisschen Romantik und am Ende sogar die Möglichkeit, ein Sequel zu drehen. Dazu wird es aufgrund des Misserfolgs allerdings nicht kommen.

Wer einen gut gemachten, unterhaltsamen Märchenfilm sehen will, kommt hier voll auf seine Kosten.

Note: 3+

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Über Pi Jay

Eher ein Mann des geschriebenen Wortes, der mit fünfzehn Jahren unbedingt eines werden wollte: Romanautor. Statt dessen arbeitete er einige Zeit bei einer Tageszeitung, bekam eine wöchentliche Serie - und suchte sich nach zwei Jahren einen neuen Job. Nach Umwegen in einem Kaltwalzwerk und dem Öffentlichen Dienst bewarb er sich erfolgreich bei der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg. Er drehte selbst einige Kurzfilme und schrieb die Bücher für ein halbes Dutzend weitere. Seit 1999 arbeitet er als freier Autor, Lektor und Dramaturg und inzwischen auch als Romanautor...