Guardians of the Galaxy

Gestern war ein anstrengender Tag, den ich größtenteils in einem überhitzten Bahnabteil verbracht habe. Warum es dem Unternehmen einfach nicht gelingen will, ihre Klimaanlagen in Ordnung zu halten, ist mir ein Rätsel, aber die Bahn wird ja auch Jahr für Jahr von nassem Laub auf den Gleisen und dem Einbruch des Winters überrascht. Und dann streiken vermutlich bald noch die Lokführer. In der vermeintlich guten, alten Zeit hätte es das nicht gegeben, da war die Bahn pünktlich, ihre Belegschaft verbeamtet und das gesamte Unternehmen ein Milliarden-Zuschuss-Betrieb. Aber genug gewettert, kommen wir zum eigentlichen Anliegen …

Guardians of the Galaxy

Ende der Achtziger Jahre auf der Erde: Peters Mutter liegt im Sterben, seinen Vater hat er nie kennengelernt. Geschockt läuft der Junge aus dem Krankenhaus – und wird von einem UFO entführt. Jahre später auf einem weit entfernten Planeten: Der erwachsene Peter (Chris Pratt) führt ein unstetes Leben als Halbkrimineller und ist auf der Suche nach einem geheimnisvollen Objekt. Hinter dem sind jedoch auch eine Menge anderer, zwielichtiger Typen her, darunter die Tyrannentochter Gamora (Zoe Saldana) und der finstere Ronan (Lee Pace), der einen Vernichtungsfeldzug gegen die Obrigkeit führt. Und dann gibt es noch Rocket und Groot, zwei Kopfgeldjäger, die auf die Belohnung scharf sind, die auf Peters Kopf ausgesetzt ist …

Von dem Comic hatte ich noch nie gehört, die seltsamen Wesen – ein Waschbär und ein Baum –, die sich auf dem Plakat tummelten, schienen einem schrägen Kinderbuch entsprungen zu sein, aber der Trailer erinnerte auf angenehme Weise an den allerersten Star Wars-Film. Tatsächlich schafft es Regisseur James Gunn, dieses Feeling den gesamten Film über aufrecht zu erhalten, sogar der Look besitzt einen gewissen Siebzigerjahre-Touch.

Nach all den Comicverfilmungen, in denen es um Superhelden in Gymnastik-Anzügen ging, ist es eine Wohltat, endlich einmal wieder einen Science Fiction zu sehen, in dem die Aliens zwar skurril und seltsam gefärbt aussehen, aber niemand über Superkräfte verfügt. Wirklich neu ist die Story nicht, sie erinnert neben Star Wars auch an Starman und E.T., ist aber spannend und abwechslungsreich erzählt, besitzt Rätsel und Geheimnisse, die nicht alle gelöst werden und so Lust auf eine Fortsetzung wecken, und erstaunlich viel Humor. Der Film nimmt sich nicht ernst, und das ist sein größter Bonus, darüber hinaus gibt es Charaktere, die man schnell ins Herz schließt und jede Menge unterhaltsame Nebenstränge.

Popcorn-Kino in Reinkultur!

Note: 2+

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Über Pi Jay

Eher ein Mann des geschriebenen Wortes, der mit fünfzehn Jahren unbedingt eines werden wollte: Romanautor. Statt dessen arbeitete er einige Zeit bei einer Tageszeitung, bekam eine wöchentliche Serie - und suchte sich nach zwei Jahren einen neuen Job. Nach Umwegen in einem Kaltwalzwerk und dem Öffentlichen Dienst bewarb er sich erfolgreich bei der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg. Er drehte selbst einige Kurzfilme und schrieb die Bücher für ein halbes Dutzend weitere. Seit 1999 arbeitet er als freier Autor, Lektor und Dramaturg und inzwischen auch als Romanautor...