R.I.P.D.

Woran liegt es, dass jeder gefühlte zweite Film heutzutage eine Comicverfilmung ist? Ist es der große Erfolg einiger Adaptionen, die immer weitere nach sich gezogen haben? Oder liegt es an den technischen Möglichkeiten, die es erlauben, die unglaublichsten Bilder auf die große Leinwand zu zaubern und so Welten und Helden entstehen zu lassen, die es früher nur in unseren Köpfen oder in den kleinen, bunten Bildergeschichten gegeben hat?

In der Oberhausener Ludwiggalerie gibt es zur Zeit eine Ausstellung über 150 Jahre deutsche Comics, passend zum Geburtstag von Wilhelm Busch, der mit etwas gutem Willen zum Stammvater der Bildergeschichten erklärt wurde. Die Amerikaner hätten vermutlich etwas dagegen einzuwenden, daher behalten wir das mal schön für uns …

R.I.P.D.

Nick (Ryan Reynolds) ist ein Cop, der sich von seinem Partner Hayes (Kevin Bacon) zu einer Unterschlagung hat verleiten lassen. Als er es bereut, bringt Hayes ihn kurzerhand um. Doch im Jenseits wird Nick dazu verdonnert, zur Wiedergutmachung im Rest in Peace Departement zu arbeiten und Untote von der Erde zurück in die Hölle zu befördern. Dabei kommt er mit seinem neuen Partner Roy (Jeff Bridges) einem gigantischen Komplott auf die Spur.

Nach Guardians of the Galaxy nun eine weitere Verfilmung eines mir bis dato unbekannten Comics. Aber das gilt, wenn ich ehrlich bin, für die meisten Graphic Novels. Der Trailer erinnerte an eine Mischung aus Men in Black und Ghostbusters, beides Filme, die ganz amüsant waren, aber auch nicht viel mehr als das. Und R.I.P.D. erfüllt in diesem Fall vollkommen die Erwartungen.

Es gibt etliche wundervolle Einfälle, wie zum Beispiel das veränderte Aussehen der untoten Detectives, und auch Mary-Louise Parkers Auftritte sind stets ein Vergnügen, ebenso wie das Genuschel von Jeff Bridges. Doch letzten Endes ist es ein eher harmloser Spaß und bisweilen sogar nervig. Die Effekte sind, gemessen am Budget, teilweise erschreckend schlecht, die Dämonen sehen etwa aus wie aus einem schlechten Kinderfilm entsprungen, und auch die Story wirkt wie aus einer Recyclingtonne für klischeebelastete Plots aus den Achtzigern.

Alles in allem keine völlige Katastrophe und bisweilen sogar kurzweilig, aber auch enttäuschend.

Note: 4-

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Über Pi Jay

Eher ein Mann des geschriebenen Wortes, der mit fünfzehn Jahren unbedingt eines werden wollte: Romanautor. Statt dessen arbeitete er einige Zeit bei einer Tageszeitung, bekam eine wöchentliche Serie - und suchte sich nach zwei Jahren einen neuen Job. Nach Umwegen in einem Kaltwalzwerk und dem Öffentlichen Dienst bewarb er sich erfolgreich bei der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg. Er drehte selbst einige Kurzfilme und schrieb die Bücher für ein halbes Dutzend weitere. Seit 1999 arbeitet er als freier Autor, Lektor und Dramaturg und inzwischen auch als Romanautor...