mexikanischer Kochkurs

Ein weiterer, sonniger Tag in Southern California. Heute gab es bereits Grünkohl zum Frühstück, was bei manchen von uns nicht gerade Begeisterungsstürme ausgelöst hat. Immerhin gesellten sich Gurken- und Selleriestücke sowie Spinat und etwas anderes dazu, das mir als „das Grün von der Roten Beete“ beschrieben wurde, aber vielleicht habe ich das auch falsch verstanden. Zusammen mit einer Banane wurde es gemixt und als Smoothie zum Frühstück goutiert. Lecker. Und das meine ich jetzt ganz ironiefrei. Irgendwie hat man zumindest das Gefühl, fitter und beschwingter in den Tag zu starten.

Nach dem Frühstück unternahmen wir einen kleinen Ausflug in eine Shoppingmall, und das erste, was wir dort zu hören bekamen, waren zwei deutsche Touristinnen. Mittlerweile ist mein Gehör so auf Englisch geeicht, dass ich zuerst überlegen musste, was mir an dem Gesagten so vertraut war. Die Del Amo Mall, zu der auch ein früher von uns häufig frequentiertes Kino gehört, erfährt gerade eine Wiedergeburt. Ein Teil wurde bereits komplett renoviert, ein zweiter Teil unterzieht sich gerade dieser Prozedur und wird überdies um ein gutes Stück ergänzt. Leider fällt dem ein Parkplatz zum Opfer, auf dem früher einmal pro Woche ein Markt stattfand, auf dem es immer herrlich roch. Dafür gibt es bald 100 Läden mehr und einen schicken Food Court mit jeder Menge Fast Food. Das ist ja auch schon mal was.

Vier Läden später hatte Mark G. schon genug vom Einkaufen, allerdings ist er auch bereits um fünf Uhr in der früh aufgestanden (so viel zu der Behauptung, er hätte den Jetlag überwunden) und hat sich ein wenig erkältet. Ich war dann für eine Weile allein unterwegs, bis wir uns zum Mittagessen bei Chipotle wiedergetroffen haben. Somit können wir einen weiteren Punkt auf unserer To-eat-Liste streichen. Auf Anraten einer Freundin habe ich heute zum ersten Mal den Bio-Tofu probiert, der sehr lecker war, während Mark G. beim bewährten Hühnchen blieb.

Da Ostern kurz bevorsteht, konnte man seine Kinder mit dem Osterhasen fotografieren lassen. Ein großer, weißer Hase in einem Anzug saß auf einer Bank in einem Garten mit weißem Lattenzaun und jeder Menge Kunstblumen, neben sich ein furchtbar verängstigtes und weinendes Kind, das die Fotografin verzweifelt zum Lachen zu bringen versuchte. Dem Weihnachtsmann passiert das vermutlich auch immer. Der Hasen-Darsteller rührte sich dabei die ganze Zeit nicht von der Stelle, als ginge ihn das alles nichts an, was man ihm bei dem vermutlich miserablen Stundenlohn nicht einmal verdenken kann, und aus nahe liegenden Gründen musste ich die ganze Zeit an Mein Freund Harvey denken.

OLYMPUS DIGITAL CAMERADer Rest des Tages verging wie im Flug mit ein wenig Arbeit (Mark G.) und Faulenzen (moi). Zum Abendessen hat unsere Freundin Chili Rellenos gemacht, ein Gericht aus milden, grünen Chilis, die erst geröstet und geschält, dann mit Käse gefüllt, in einer fluffigen Eimasse gewälzt und anschließend gebraten werden, bevor sie zusammen mit einer Tomatensauce auf den Teller kommen. Lecker!

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Mark G. & Pi Jay in La-La-Land 2015 von Pi Jay. Permanenter Link des Eintrags.

Über Pi Jay

Eher ein Mann des geschriebenen Wortes, der mit fünfzehn Jahren unbedingt eines werden wollte: Romanautor. Statt dessen arbeitete er einige Zeit bei einer Tageszeitung, bekam eine wöchentliche Serie - und suchte sich nach zwei Jahren einen neuen Job. Nach Umwegen in einem Kaltwalzwerk und dem Öffentlichen Dienst bewarb er sich erfolgreich bei der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg. Er drehte selbst einige Kurzfilme und schrieb die Bücher für ein halbes Dutzend weitere. Seit 1999 arbeitet er als freier Autor, Lektor und Dramaturg und inzwischen auch als Romanautor...