Pitch Perfect 2

Mit etwas Wehmut dachte ich heute an die CinemaCon in Las Vegas zurück. Zugegeben, das Wetter ist hier momentan ebenfalls sonnig und heiß, aber es mangelt nun einmal entschieden an der entspannten Urlaubsstimmung. Alltag halt …

Dagegen hilft nur eines: Für einen Moment die Augen schließen und in Erinnerungen schwelgen. Da fallen mir spontan die Poolparty zum Abschluss der CinemaCon ein, die intimen Essen mit Julianne Moore, Clint Eastwood und Hunderten weiterer Gäste und natürlich die Filme, die wir gesehen haben. Zum Beispiel:

Pitch Perfect 2

Ein Eklat bei einem Auftritt vor Präsident Obama sorgt für die Suspendierung der Acapella-Gruppe Barden Bellas. Die Folge ist nicht nur viel Spott und Häme, sondern auch eine tiefe psychologische Krise. Außerdem erwächst ihnen in der deutschen Gruppe Das Sound Machine eine gefährliche Konkurrenz für die Weltmeisterschaft in Kopenhagen …

Der erste Teil war überraschend witzig, musikalisch mitreißend und erstaunlich kurzweilig. Der zweite Teil ist – weitgehend genauso. Wieder wird sehr viel gesungen, auch wenn man sich nach dem Abspann an keinen einzigen Titel mehr erinnern kann, weil irgendwann alles einen gefälligen Acapella-Brei bildet. Die Schauspieler geben ihr Bestes, vor allem gesanglich, und das ist alles sehr professionell gemacht. Viel zu tun haben sie ansonsten allerdings nicht, denn die wenigen persönlichen Handlungsstränge verlaufen sehr geradlinig und ohne größere Widerstände.

Die Story der Gruppe startet mit einem breitflächigen Angriff auf die Lachmuskeln, um anschließend ziemlich abzuflachen und sogar für einige Längen in der Mitte zu sorgen. Zum Glück sieht das Drehbuch von Kay Cannon jede Menge Wortwitz vor, so dass wenigstens keine Langeweile aufkommt. Der Showdown selbst ist erwartungsgemäß schmissig inszeniert – und viel zu schnell vorbei. Aber vielleicht ist das auch ganz gut so.

Besonders gut gelungen sind die Auftritte der deutschen Gruppe Das Sound Machine. Wie hier gekonnt Klischeevorstellungen aufgegriffen, musikalisch verarbeitet und auf die Spitze getrieben werden, ist schon sehenswert. Und das Deutsch ist in der Originalversion sogar fast fehlerfrei.

Bemerkenswert ist an dem Film in erster Linie jedoch, dass es sich dabei um das Regiedebüt von Elizabeth Banks handelt, die zudem wieder in die Rolle der tussigen Moderatorin schlüpft. Die Frau hat wirklich Talent.

Note: 3

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Über Pi Jay

Eher ein Mann des geschriebenen Wortes, der mit fünfzehn Jahren unbedingt eines werden wollte: Romanautor. Statt dessen arbeitete er einige Zeit bei einer Tageszeitung, bekam eine wöchentliche Serie - und suchte sich nach zwei Jahren einen neuen Job. Nach Umwegen in einem Kaltwalzwerk und dem Öffentlichen Dienst bewarb er sich erfolgreich bei der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg. Er drehte selbst einige Kurzfilme und schrieb die Bücher für ein halbes Dutzend weitere. Seit 1999 arbeitet er als freier Autor, Lektor und Dramaturg und inzwischen auch als Romanautor...