Zoomania

Ausnahmsweise gibt es einmal eine Kritik pünktlich zum Start des Films. Das liegt daran, dass ich ihn bereits im Januar auf der Münchener Filmwoche gesehen habe. Wer Kinder hat, sollte ihn sich ansehen, und wer keine hat, aber Filme und Serien liebt, sollte auch ins Kino gehen, denn er macht einfach Spaß:

Zoomania

Vor Tausenden von Jahren überwanden die Tiere ihre animalische Natur, entwickelten Intelligenz und soziale Kompetenz. Nun leben sie friedlich nebeneinander, Raub- und Beutetiere, in einer Gesellschaft, die der unseren ähnelt. Judy Hopps ist ein junges Häschen, das einen großen Traum hat: Sie will Polizistin in der Hauptstadt werden. Dank großem Ehrgeiz und eisernem Willen gelingt es ihr sogar, doch unter all den Wölfen, Büffeln und Löwen hat sie es nicht gerade leicht. Doch dann gelingt es ihr, zusammen mit dem kleinkriminellen Fuchs Nick Wilde, einen spektakulären Fall zu lösen – der jedoch größere Wellen schlägt, als den beiden lieb ist …

Sprechende Tiere gehen immer, und nach all den Prinzessinnen in Not wurde es für das Disney Studio anscheinend Zeit, sich wieder auf seine Wurzeln zu besinnen. Mäuse kommen übrigens auch vor, allerdings nur am Rande. Aber spätestens seit Bugs Bunny weiß man ja, dass auch Hasen und Kaninchen so einiges drauf haben.

Die Geschichte ist komplexer als man denkt, was einmal mehr beweist, dass gutes Family Entertainment nicht nur die lieben Kleinen ansprechen muss, sondern auch die erwachsenen Begleiter. Und beide Zielgruppen kommen hier auf ihre Kosten. Für die Kinder gibt es jede Menge bunte Action, lustige Charaktere und liebevolle, detailreich animierte Bilder, in denen es immer wieder Neues zu entdecken gibt, für die größeren Kinder bietet die Story zahlreiche Anspielungen auf die Filmgeschichte vom Film Noir bis Breaking Bad – mit einer wunderbaren Persiflage auf Der Pate – und reichlich Wortwitz.

Die zugegebenermaßen etwas schlichte Botschaft ist für beide gedacht und aktueller denn je: Vorurteile vergiften das Zusammenleben in einer Gesellschaft. Wir alle sind Sklaven unserer Natur, aber wir können sie überwinden, besser werden – und vielleicht sogar unseren Traum verwirklichen. Auch wenn wir nur ein Hase sind.

Der Film macht großen Spaß, besitzt eine relativ spannende, wendungsreiche Geschichte mit einem überraschenden Twist am Ende, wie es sich für einen soliden Thriller gehört, und zwei sehr sympathische Helden. Hier und da hätte es ein wenig flotter zugehen können, und auch die Gagdichte könnte etwas höher sein, aber insgesamt ist es ein sehr vergnüglicher Spaß für die ganze Familie.

Note: 2

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Über Pi Jay

Eher ein Mann des geschriebenen Wortes, der mit fünfzehn Jahren unbedingt eines werden wollte: Romanautor. Statt dessen arbeitete er einige Zeit bei einer Tageszeitung, bekam eine wöchentliche Serie - und suchte sich nach zwei Jahren einen neuen Job. Nach Umwegen in einem Kaltwalzwerk und dem Öffentlichen Dienst bewarb er sich erfolgreich bei der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg. Er drehte selbst einige Kurzfilme und schrieb die Bücher für ein halbes Dutzend weitere. Seit 1999 arbeitet er als freier Autor, Lektor und Dramaturg und inzwischen auch als Romanautor...