Go!

Mit einem guten Film verhält es sich wie mit einem netten Menschen, dem man zufällig begegnet – manche möchte man wiedersehen. Angesichts der Tatsache, dass wöchentlich etliche neue Filme und Serien starten, bleibt allerdings nur wenig Zeit für erneute Sichtungen, und wenn ich ehrlich bin: Bei den meisten ist ein einmaliges Anschauen auch ausreichend.

In diesem Fall handelt es sich um einen etwas älteren Film, der mir 1999 ziemlich gut gefallen hat und den ich mit einigen Freunden, die ihn noch nicht kannten, dann wiedergesehen habe.

Go! Das Leben beginnt erst um 3 Uhr morgens

Ronna (Sarah Polley) braucht dringend Geld, weil sie sonst ihre Wohnung verliert, und lässt sich auf einen Drogendeal ein. Dazu muss sie jedoch Freundin Claire (Katie Holmes) als „Pfand“ bei dem Dealer Todd (Timothy Olyphant) lassen. Dummerweise gerät sie beim Weiterverkauf der Drogen an einen Polizisten (William Fichtner), der zwei Soap-Darsteller (Jay Mohr und Scott Wolf) erpresst, um sie als Lockvögel einzusetzen und Ronnas Freund Simon (Desmond Askew) dingfest zu machen. Der erlebt jedoch gerade in Las Vegas das Abenteuer seines Lebens …

Die Geschichte ist ein wenig kompliziert, was vermutlich der Grund dafür ist, dass der Autor John August sie aus mehreren Perspektiven erzählt, ausgehend von einer einzelnen Szene. Sehr geschickt endet dabei gleich die erste Episode, die von Ronna handelt, mit einem Cliffhanger, der einen extrem neugierig macht. Überhaupt schlägt die Story immer wieder Haken und überrascht den Zuschauer mit neuen Wendungen und unvorhergesehenen Ereignissen. Am besten gelungen von allen Episoden ist Simons Abenteuer in Las Vegas, das wesentlich witziger ist als Hangover, nur leider viel zu kurz. Aber auch die anderen Episoden sind sehenswert und fügen sich am Ende zu einer runden, fassettenreichen Geschichte zusammen.

Bemerkenswert an diesem Frühwerk von Doug Liman aus dem Jahr 1999 ist auch die Dichte an bekannten Schauspielern, die man hier in ihren ersten Rollen sieht und die bereits bleibende Eindrücke hinterlassen. Nur der deutsche Untertitel ist ziemlich daneben…

Note: 2

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Über Pi Jay

Eher ein Mann des geschriebenen Wortes, der mit fünfzehn Jahren unbedingt eines werden wollte: Romanautor. Statt dessen arbeitete er einige Zeit bei einer Tageszeitung, bekam eine wöchentliche Serie - und suchte sich nach zwei Jahren einen neuen Job. Nach Umwegen in einem Kaltwalzwerk und dem Öffentlichen Dienst bewarb er sich erfolgreich bei der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg. Er drehte selbst einige Kurzfilme und schrieb die Bücher für ein halbes Dutzend weitere. Seit 1999 arbeitet er als freier Autor, Lektor und Dramaturg und inzwischen auch als Romanautor...