Pets

Nach den blutigen Schrecken von Es braucht man – also ich vor allem – eine kleine Beruhigung für die Nerven, und was könnte besser sein als ein Animationsfilm, noch dazu einer über sprechende Tiere? Außerdem haben wir seit heute November, der Nebelmonat, der zu Trübsal und vertrödelte Nachmittage auf der Couch geradezu einlädt. Eine Tasse Kakao oder Tee, ein paar Kekse und ein guter Film – so kann man den nasskalten Herbst aushalten.

Pets

Max führt ein angenehmes Leben als Hund an der Seite seines geliebten Frauchens. Doch eines Tages nimmt sie Duke auf, einen großen, haarigen Streuner, der fortan um die Liebe ihrer Besitzerin konkurriert. Max will ihn um jeden Preis loswerden, doch ihre Rivalität sorgt dafür, dass sie beide in Schwierigkeiten geraten und plötzlich von Hundefängern und einer Bande ausgesetzter Haustiere unter Führung eines größenwahnsinnigen Kaninchens gejagt werden. Wenn sie überleben wollen, müssen sie zusammenarbeiten …

Veränderungen sind manchmal schmerzhaft und fordern Opfer und Kompromisse, doch wenn man sich erst einmal arrangiert hat, ist das Leben danach möglicherweise noch viel besser – vor allem mit neuen Freunden. Das ist die Aussage des Films, dessen Handlung durch und durch konventionell und wenig originell ist – im Grunde ist es sogar genau dieselbe Geschichte wie in Toy Story.

Trotz der Vorhersehbarkeit und des Mangels an Originalität macht der Film eine Menge Spaß. Man kann Max verstehen, der unter dem Eindringen von Duke leidet und ziemlich gehässig reagiert, mit der Zeit wächst einem aber auch Duke ans Herz, weil er groß und knuddelig und im Grunde ein guter Kerl ist. Als Team machen sie keine schlechte Figur, doch hat man schon bessere Buddys gesehen, die sich auf witzigere Weise gezofft haben.

Die heimlichen Stars des Films befinden sich alle in der zweiten Reihe – und kommen dort zwangsläufig etwas zu kurz. Snowball, das verrückte Kaninchen, ist ein wunderbarer Charakter, cholerisch, rachsüchtig und herrlich inkonsequent. Von den Freunden von Max, die sich auf die Suche nach ihm machen, sind leider nur die Katze Chloe und die naive, heimlich in Max verliebte Hündin Gidget wirklich interessant.

Den größten Spaß machen die vielen, kleinen Gags, die sich am Rande der eigentlichen Geschichte ereignen. Hier wimmelt es von witzigen Einfällen, von denen manche so kurz sind, dass man aufpassen muss, wenn man sie nicht verpassen will. Sie entschädigen ein wenig für den etwas schalen Rest.

Note: 3

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Über Pi Jay

Eher ein Mann des geschriebenen Wortes, der mit fünfzehn Jahren unbedingt eines werden wollte: Romanautor. Statt dessen arbeitete er einige Zeit bei einer Tageszeitung, bekam eine wöchentliche Serie - und suchte sich nach zwei Jahren einen neuen Job. Nach Umwegen in einem Kaltwalzwerk und dem Öffentlichen Dienst bewarb er sich erfolgreich bei der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg. Er drehte selbst einige Kurzfilme und schrieb die Bücher für ein halbes Dutzend weitere. Seit 1999 arbeitet er als freier Autor, Lektor und Dramaturg und inzwischen auch als Romanautor...