Sweet Tooth

Was soll man nur von einer Serie halten, die als Mischung aus Bambi und Mad Max beworben wird? Zumindest macht die Beschreibung neugierig, und damit haben die Marketingleute schon mal ihr Ziel erreicht. Aber auch der Trailer sah gut aus, und so war ich relativ kurz nach der Veröffentlichung auf Netflix dabei – und gleich von der ersten Folge an gefesselt. Was nicht besonders häufig bei Serien vorkommt.

Weiterlesen

Black 47

Der Film befand sich schon eine Weile auf meiner Watchlist bei Prime Video, wo er mir aufgrund meiner Vorliebe für historische Stoffe empfohlen worden war. Die kurze Inhaltsangabe las sich allerdings nicht allzu verlockend, geht es in dem Streifen doch um die große Hungersnot in Irland Mitte des 19. Jahrhunderts und um einen Kriegsheimkehrer, der in Konflikt mit den englischen Besatzern gerät. Ein bisschen habe ich ein dröges Drama befürchtet, zumal ich auch noch nie von dem Film gehört hatte. Seine Uraufführung hatte er zwar auf der Berlinale, dennoch ist er in der Berichterstattung an mir vorbeigegangen.

Weiterlesen

Narziss und Goldmund

Wenn ich mich nicht sehr irre, habe ich nie etwas von Hermann Hesse gelesen, glaube aber, dass irgendwo in den Tiefen meiner Regale eine Ausgabe von Der Steppenwolf steht, für die ich vor vielen Jahren nicht die nötige Geduld aufgebracht habe. Mit wenigen Ausnahmen bin ich ohnehin kein großer Fan der Literatur des frühen 20. Jahrhunderts.

Weiterlesen

Der wunderbare Mr. Rogers

Bis 2018 hatte ich noch nie von Fred Rogers gehört. Als wir auf der CinemaCon in Las Vegas waren, wurde die Doku Won’t You Be My Neighbor? über Mr. Rogers vorgestellt – und während wir nur ratlos geschaut haben, waren die Amerikaner im Publikum sofort wie elektrisiert. Ein paar Wochen später waren wir bei Mark G.s Familie in Florida, und weil wir immer noch tonnenweise Süßigkeiten aus den Goodie Bags mit uns herumschleppten, haben wir einige davon unter den anwesenden Kindern verteilt. Und selbst die jüngsten kannten noch Mr. Rogers und waren scharf auf die mit seinem Konterfei verzierten Bonbondosen, dabei ist der beliebte Moderator bereits 2003 verstorben und seine letzte Sendung liegt noch zwei Jahre länger zurück.

Weiterlesen

The Map of tiny perfect Things

Und täglich grüßt das Murmeltier war, wenn ich mich nicht irre, der erste Film, der von einer Zeitschleife handelte, und lange Zeit habe ich geglaubt, dass es einfach nur eine Liebesgeschichte in einem originellen Gewand ist, in dem sich darüber hinaus noch ein mürrischer Zeitgenosse zu einem positiv denkenden Mensch wandeln muss. Tatsächlich ist es ein Film über Depressionen.

Weiterlesen

Liebe zwischen den Meeren

Vielleicht liegt es an mir, aber ich habe das Gefühl, dass „die deutsche Titel-Verwirrung“, wie ich das Problem mal nennen möchte, immer seltsamere Blüten treibt. Normalerweise ärgere ich mich über dämliche und überflüssig Untertitel bei relativ einfachen Originaltiteln, diesmal geht es um den eigentlichen deutschen Titel eines Films. Im Original heißt er The Light Between Oceans, worunter sich wohl die meisten deutschen Kinogänger etwas vorstellen und den sie vermutlich auch problemlos aussprechen können, aber man kann auch verstehen, dass ein deutscher Titel vermutlich besser zu vermarkten ist.

Weiterlesen

David Copperfield – Einmal Reichtum und zurück

Der Roman von Charles Dickens gehört zu den bekanntesten und bedeutendsten Werken des 19. Jahrhunderts und wurde bisher knapp zwanzig Mal verfilmt. In der jüngsten Adaption, die einen kuriosen deutschen Untertitel trägt (was eine merkwürdige neue Mode zu sein scheint), spielt mit Dev Patel ein indisch-stämmiger Mann die Titelrolle, und auch einige andere Rollen wurden mit people of color besetzt. Das ist ungewöhnlich.

Weiterlesen

Army of the Dead

Um Zack Snyder war es ja lange still geworden, nachdem er sich aus persönlichen Gründen für einige Zeit aus dem Filmgeschäft zurückgezogen hatte, aber nun ist er wieder da, und das mit dem gewohnten Wumms. Nach seinem Director’s Cut von The Justice League kehrt er nun zu seinen Anfängen als Spielfilmregisseur zurück und inszeniert erneut einen Zombiefilm. Sein Spielfilmdebüt Dawn of the Dead von 2004 hat die Untoten mainstreamfähig gemacht – und das war auch das Jahr, in dem Snyder die Arbeit an Army of the Dead abgelehnt hat.

Weiterlesen

Juni

Meine letzte Monatsvorschau ist schon so lange her, dass ich mich nicht mehr erinnern kann, wann das war. Vermutlich letzten Herbst, bevor der endlose Winter der Missvergnügens einsetzte. Aber inzwischen ist Frühling (zumindest laut meinem Kalender), und die Kinos dürfen wieder öffnen. So richtig geht es zwar erst Anfang Juli los, aber viele Lichtspielhäuser haben bereits geöffnet, und es starten auch einige Filme. Zeit also, wieder über meine persönlichen Favoriten des Monats zu schreiben.

Weiterlesen

Judy

Ist die Rede vom Goldenen Zeitalter Hollywoods, denkt man zuerst an die berühmten Filme jener Ära und vielleicht noch an die Meisterregisseure und Stars, die sie hervorgebracht hat. Zu den Schattenseiten gehört aber auch das Studiosystem, das es nicht nur ermöglichte, Filme „wie am Fließband“ zu produzieren, sondern auch berüchtigt dafür war, Menschen zu zerstören. „What to believe in when they change your name, wash your brain“, heißt es etwa in Filmstar von Suede.

Weiterlesen