In The Shadow Of The Moon

Das Motto dieser Woche könnte lauten: Neulich auf Facebook. Letzte Woche wurde mir dort nämlich ein Netflix-Trailer präsentiert, der gar nicht mal schlecht aussah und mich so neugierig gemacht hat, dass ich mir den Film dazu angesehen habe:

In The Shadow Of The Moon

1988 sterben drei Menschen in Philadelphia auf mysteriöse Art und Weise aufgrund einer Injektion, die zu unkontrollierbaren Blutungen führt. Als eine junge Frau ebenfalls angegriffen wird, kann sie gerade noch die Täterin beschreiben, bevor auch sie qualvoll stirbt. Der junge Polizist Locke (Boyd Holbrook) jagt die Mörderin daraufhin quer durch die Stadt und stellt sie schließlich in der U-Bahn, wo sie ums Leben kommt. Doch die junge Frau (Cleopatra Coleman) scheint ihn zu kennen. Noch rätselhafter wird es, als es Locke neun Jahre später mit ähnlichen Morden zu tun bekommt – und erneut jener jungen Frau gegenübersteht …

Die Geschichte lebt eindeutig von ihrem großen Geheimnis, das zu Beginn etabliert wird und den Zuschauer ebenso wie den jungen Polizisten fesselt. Auch ist die Eingangssequenz von Regisseur Jim Mickle spannungsvoll in Szene gesetzt.

Die Geschichte ist im Grunde in drei Episoden unterteilt, die jeweils neun Jahre voneinander getrennt sind und in denen Locke die geheimnisvolle Mörderin jagt, die eigentlich tot sein sollte. Als Zuschauer durchschaut man jedoch schon relativ bald, was es mit der jungen Frau auf sich hat und welche Motive hinter den Morden stecken. Ich will hier aber nicht zu viel verraten, falls sich jemand den Film anschauen möchte.

Leider verliert er nach einem spannenden Anfang relativ bald an Tempo und Dramatik, wird vorhersehbar und zum Ende hin sogar unlogisch. Es hätte sicherlich einfachere Möglichkeiten gegeben, die Morde zu begehen als die beschriebene, und das ist nur eine von vielen Ungereimtheiten in dem insgesamt schwachen Drehbuch von Gregory Weidman und Geoffrey Tock. Immerhin ist das Ende noch einigermaßen versöhnlich.

Große Geheimnis, enttäuschende Auflösung – immerhin sorgen ein spannender Anfang und solide schauspielerische Leistungen dafür, dass man am Ball bleibt.

Note: 4+

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Über Pi Jay

Eher ein Mann des geschriebenen Wortes, der mit fünfzehn Jahren unbedingt eines werden wollte: Romanautor. Statt dessen arbeitete er einige Zeit bei einer Tageszeitung, bekam eine wöchentliche Serie - und suchte sich nach zwei Jahren einen neuen Job. Nach Umwegen in einem Kaltwalzwerk und dem Öffentlichen Dienst bewarb er sich erfolgreich bei der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg. Er drehte selbst einige Kurzfilme und schrieb die Bücher für ein halbes Dutzend weitere. Seit 1999 arbeitet er als freier Autor, Lektor und Dramaturg und inzwischen auch als Romanautor...