Oktober

Der Oktober wird wohl massiv im Schatten eines gewissen britischen Geheimagenten stehen, weshalb sich die Verleiher zumindest am Anfang des Monats mit den Neustarts zurückhalten. Dennoch es gibt in den nächsten vier Wochen einiges zu entdecken. Ich habe eine Liste mit interessanten Projekten zusammengestellt, von denen ich glaube, dass für jeden Geschmack etwas dabei sein dürfte.

The Last Duel: Ridley Scott hat in diesem Herbst gleich zwei neue Filme in der Pipeline. Der erste ist ein Ritterdrama aus dem französischen Mittelalter, das aus drei Perspektiven erzählt wird und in dem es um den Vorwurf der Vergewaltigung geht. Sieht spannend aus.

Halloween Kills: Am Ende des Monats heißt es wieder: „Süßes oder Saures“, zumindest in den USA. Wir begnügen uns mit der Fortsetzung des jüngsten Sequels des bekannten Franchises.

Venom 2: Let There Be Carnage ist die lang erwartete Fortsetzung der Comicverfilmung mit Tom Hardy und seinem Alien-Symbionten. Der erste Teil war düster und überraschend witzig, hoffen wir, dass es so weitergeht.

Dear Evan Hansen: Das Musical über Mobbing und Teenagernöte war ein Hit am Broadway, und da keine Katzen vorkommen, dürfte wohl nicht viel schief gehen …

Contra: Auch Sönke Wortmann ist sehr fleißig, doch dieses Remake einer französischen Culture-Clash-Komödie ist schon lange fertig (wir durften ihn bereits vor zwanzig Monaten sehen) und ziemlich gut.

Ron läuft schief: klassische Familienunterhaltung mit einem Jungen und einem Roboter, der einige Macken hat. Der Trailer verspricht viel Spaß für Jung und Alt.

Antlers: noch ein Horrorfilm, diesmal über einen Jungen mit einem gruseligen Geheimnis. Dem Trailer nach zu urteilen kann man sich richtig schön gruseln, genau passend zum Monat Oktober.

Dokumentationen schaue ich nicht so häufig im Kino an, aber in diesem Monat sind mir zwei Titel aufgefallen, für die ich eine Karte lösen würde: Edgar Wright hat einen Film über die lange und spannende Karriere von The Sparks Brothers gedreht, die seit Jahrzehnten innovative Popmusik machen. Und in Ottolenghi und die Versuchungen von Versailles geht es um den Meisterkoch, berühmte Patissiers und ihre köstlichen Kreationen. Da bekomme ich gleich Appetit.

Für die Arthaus-Fans gibt es noch den neuen Film von Wes Anderson (The French Dispatch), der stilistisch stark an Grand Budapest Hotel erinnert, Cry Macho von und endlich mal wieder mit Clint Eastwood sowie Résistance – Widerstand, ein Bio Pic über Marcel Marceau. Und wer sich für modernes Ballett interessiert, sollte sich unbedingt Katja von Garniers neuen Film Fly ansehen.

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Über Pi Jay

Eher ein Mann des geschriebenen Wortes, der mit fünfzehn Jahren unbedingt eines werden wollte: Romanautor. Statt dessen arbeitete er einige Zeit bei einer Tageszeitung, bekam eine wöchentliche Serie - und suchte sich nach zwei Jahren einen neuen Job. Nach Umwegen in einem Kaltwalzwerk und dem Öffentlichen Dienst bewarb er sich erfolgreich bei der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg. Er drehte selbst einige Kurzfilme und schrieb die Bücher für ein halbes Dutzend weitere. Seit 1999 arbeitet er als freier Autor, Lektor und Dramaturg und inzwischen auch als Romanautor...