Murder Mystery

Nachdem es vergangene Woche sehr politisch zuging, dachte ich mir, es ist an der Zeit für ein paar leichtere, heitere Filme. Daher habe ich mich an den letzten Wochenenden mal umgesehen, was die Streamingdienste diesbezüglich zu bieten haben, und bin bei Netflix auf zwei Filme gestoßen, die mich so weit interessiert haben, dass ich ihnen eine Chance gegeben habe. Der erste ist eine Überraschung …

Murder Mystery

Nick (Adam Sandler) ist ein Streifenpolizist, der bereits zum dritten Mal durch die Detective-Prüfung gefallen ist, was er seiner Frau Audrey (Jennifer Aniston) jedoch aus Scham verschweigt. Nach 15 Jahren Ehe vermisst Audrey ein wenig die Romantik in ihrer Beziehung, außerdem hatte Nick ihr versprochen, eines Tages mit ihr nach Europa zu reisen. Solchermaßen unter Druck gesetzt, bucht Nick tatsächlich zwei Plätze für eine Bustour. Im Flugzeug lernen sie jedoch den reichen Erben Charles (Luke Evans) kennen, der sie spontan auf die Jacht seines Onkels Malcolm (Terence Stamp) einlädt. Dort treffen Nick und Audrey eine illustre Gästeschar, zu der ein Filmstar (Gemma Arterton), ein Maharadscha (Adeel Akhtar) und ein afrikanischer Militär (John Kani) gehören. Als Malcolm ermordet wird, nachdem er eine Änderung seines Testaments angekündigt hat, stecken Nick und Audrey mitten in einer Mordermittlung …

Ich glaube, es ist kein Geheimnis, dass ich die Filme von Adam Sandler – soweit ich sie überhaupt gesehen habe – nicht mag. Für mich war es daher durchaus eine große Überraschung, dass ich den Trailer ganz witzig fand, und da es kaum noch Komödien gibt, die mich begeistern, wollte ich ihm eine Chance geben. Tatsächlich habe ich es nicht bereut.

Sicher, die Geschichte ist simpel und persifliert die bekannten Agatha-Christie-Mord-im-Herrenhaus-Storys, und auch die ahnungslosen Unbeteiligten, die dank der Unfähigkeit des eigentlichen Ermittlers (Dany Boon) zu den Hauptverdächtigen erklärt werden, dann aber später mehr durch Zufall als Scharfsinn den Fall aufklären, hat man schon zur Genüge gesehen. Aber als Parodie funktioniert der Film recht gut.

Mit Adam Sandlers Form der Komik habe ich immer noch meine Probleme, aber zum Glück nimmt er sich in diesem Film etwas zurück und agiert weniger albern als früher. Vielleicht funktioniert auch das Zusammenspiel mit Jennifer Aniston einfach so gut, dass man den beiden gerne zusieht und ihnen leicht das lang verheiratete, sich stets kabbelnde Ehepaar abnimmt.

Viel wichtiger jedoch ist: Trotz seiner Defizite hat der Film zahlreiche gelungene Momente, witzige Dialoge und am Ende sogar noch eine recht spannende Actionszene. Er macht tatsächlich Spaß, und das ist wohl die größte Überraschung von allen. Natürlich kann das auch damit zu tun haben, dass ich keinerlei Erwartungen an den Film hatte.

Zum Adam-Sandler-Fan werde ich durch den Film sicher nicht, aber ich habe mich neunzig Minuten lang gut amüsiert.

Note: 3

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Über Pi Jay

Eher ein Mann des geschriebenen Wortes, der mit fünfzehn Jahren unbedingt eines werden wollte: Romanautor. Statt dessen arbeitete er einige Zeit bei einer Tageszeitung, bekam eine wöchentliche Serie - und suchte sich nach zwei Jahren einen neuen Job. Nach Umwegen in einem Kaltwalzwerk und dem Öffentlichen Dienst bewarb er sich erfolgreich bei der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg. Er drehte selbst einige Kurzfilme und schrieb die Bücher für ein halbes Dutzend weitere. Seit 1999 arbeitet er als freier Autor, Lektor und Dramaturg und inzwischen auch als Romanautor...