The Birth of a Nation – Aufstand zur Freiheit

Es gärt in Amerika und auch in Hollywood. Von der Bürgerrechtsbewegung der Sechziger bis zu Black Lives Matter kann man die permanenten Bemühungen der afroamerikanischen Bevölkerung verfolgen, soziale Ungleichheit, polizeilichen und strukturellen Rassismus und eine fast alle Lebensbereiche umfassende Benachteiligung anzuprangern und zu überwinden. Neu ist, dass die Protestbewegung inzwischen auch über den großen Teich geschwappt ist und wir Europäer uns ebenfalls mit unserem Verhalten und unserer Vergangenheit befassen müssen. Dazu zählt nicht nur der Umgang mit afrikanischen Flüchtlingen oder ausländischen Mitbürgern, sondern auch beispielsweise die koloniale Vergangenheit.

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The Edge of Seventeen: Das Jahr der Entscheidung

Wenn man so etwas wie eine Erkenntnis über die entscheidenden Jahre des Heranwachsens aus den diversen Coming-of-Age-Movies ziehen kann, lautet sie vielleicht folgendermaßen: Hat man positive Erinnerungen an seine Jugend, war man entweder ein Arschloch oder ein Langweiler. Nun gehört es zwar zur Grundausstattung eines dramatischen Helden, ein (oder mehrere) Probleme zu haben, aber es scheint, dass niemand existenziellere Probleme hat als ein Teenager.

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Amerikanisches Idyll

2016 kam Ewan McGregors Regie-Debüt Amerikanisches Idyll in die Kinos, verschwand allerdings schnell in der Bedeutungslosigkeit, wurde weder von den Kritikern gefeiert noch war er an den Kassen erfolgreich. Dabei ist der Trailer gut gemacht, die Vorlage von Philip Roth wurde 1998 mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet, und McGregor spielt selbst die Hauptrolle. Seit einiger Zeit ist er nun bei Amazon Prime zu sehen, und ich war neugierig auf den Stoff.

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Eurovision Song Contest: The Story of Fire Saga

Seit der Trailer vor einigen Wochen veröffentlicht wurde, ist dieses Projekt zum Film der Stunde aufgestiegen, von den meisten mit kopfschüttelnder Skepsis beäugt und von den ESC-Fans, die auf ihr geliebtes Event heuer wegen Corona verzichten mussten, mit hoffnungsvoller Spannung erwartet. Das liegt zum großen Teil natürlich auch daran, dass es im Kino keine Blockbuster wie Tenet, Bond oder Mulan gibt, auf die sich viele gefreut haben, und man nun nehmen muss, was man kriegen kann. Und wenn es nicht im Kino ist, dann – wie in diesem Fall – eben auf Netflix.

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Die wandernde Erde

Der Film zählt zu den größten Erfolgen der chinesischen Kinogeschichte und erregte daher auch Aufmerksamkeit außerhalb des Reichs der Mitte. Hierzulande übernimmt Netflix die Auswertung, wo der Film seit rund einem Jahr in der OmU zu sehen ist. Ich war neugierig, wie diese an Roland Emmerichs Katastrophenfilme erinnernde Produktion wohl geworden ist. Allzu viel haben wir uns ja nicht erwartet, als wir – Mark G., Meister Mim und ich – uns das Werk zu Gemüte geführt haben. Die Frage war nur, ob es ein schlechter Film mit Kultcharakter oder einfach nur ein schlechter Film ist …

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Meine geliebte Unbekannte

Kaum zu glauben, aber die erste Hälfte des Jahres ist bereits vorbei. Wer hätte an Silvester gedacht, dass 2020 ein so … herausforderndes Jahr sein würde? Oder dass wir uns ständig die Hände waschen und in der Öffentlichkeit Masken tragen müssen? Unter normalen Umständen würde ich jetzt an meiner Halbjahresbilanz schreiben und überlegen, welche Filme bislang in meinen Top Ten auftauchen, aber unter den gegebenen Umständen verzichte ich lieber darauf und hoffe, dass ich bis Jahresende eine ordentliche Auswahl zusammenbekomme.

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Juli

Auch wenn in vielen Bereichen des Lebens langsam wieder so etwas wie eine vorsichtige Normalität einkehrt, all den Masken und dem Abstandhalten zum Trotz, befindet sich die Kinobranche nach wie vor in einem Ausnahmezustand. Nicht nur, dass die Säle nicht voll besetzt werden dürfen und allgemein strengere Bestimmungen z.B. beim Einlass gelten, es sind vor allem die fehlenden Neustarts, durch die man nicht das Gefühl hat, dass alles auch nur ansatzweise wieder normal wäre.

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Die Weite der Nacht

In letzter Zeit bin ich bei der Auswahl von Filmen etwas glücklos. Es war viel solide Durchschnittsware dabei, aber leider auch vieles, das mich enttäuscht hat. Bin ich zu wählerisch, zu anspruchsvoll? Ist es einfach nur Pech? Oder ist die Qualität in letzter Zeit schlechter geworden? Bei den Streamingdiensten gibt es leider nicht immer die Möglichkeit, einen Trailer zu sehen, insbesondere bei Amazon Prime wird häufig darauf verzichtet, einen Trailer für die Eigenproduktionen zu schneiden, so dass man quasi die Katze im Sack kaufen muss. Gelegentlich gibt es aber Kritiken zu diesen Produktionen, die – wie bei diesem Film – sogar positiv ausfielen. Grund genug also, einen Versuch zu wagen.

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Cold War – Der Breitengrad der Liebe

Normalerweise wähle ich die Filme, die ich anschaue, nach ihren Geschichten aus. Gefällt mir die Grundidee, bin ich dabei. Bin ich nicht ganz so überzeugt, braucht es schon einen Schauspieler oder eine Schauspielerin, die ich mag, um dem Film eine Chance zu geben. Ansonsten versuche ich, möglichst viele Produktionen zu sehen, die entweder sehr erfolgreich an den Kassen waren oder auf Festivals für Furore gesorgt haben. Dieser Film fällt in die letztere Kategorie, wurde er doch als bester Europäischer Film ausgezeichnet, bekam in Cannes die Palme für die beste Regie und war auch für den Oscar nominiert.

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Knives Out

Vergangene Woche durften auch hier in Bayern wieder die Kinos eröffnen, was zwar nicht alle, aber zumindest einige getan haben. Wie Süchtige auf Entzug sind Mark G. und ich daher gleich am Donnerstag, als ein hiesiges Multiplex wieder seine Tore öffnete, losmarschiert, um uns Knives Out anzusehen, den wir vor dem Lockdown verpasst hatten. Es war leer im riesigen Foyer, noch leerer als früher, da alle Couchen und Tische entfernt worden waren, Absperrbänder sorgen dafür, dass ein- und ausgehende Besucher sich nicht begegnen, und Aufkleber am Boden vor der Theke mahnen zum Abstand. Am Einlass steht nun eine Plexiglasbox, wo die Karten kontrolliert werden und wo man ein zuvor ausgefülltes Formular mit Namen und Telefonnummer abgeben muss. Kino in Zeiten von Corona.

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